Projekte

Unsere Arbeit ist in großem Umfang projektbezogen und wird aus öffentlichen und privaten Mitteln finanziert. Wir möchten uns bei allen bedanken, die unsere Arbeit mit finanziellen Mitteln oder mit ehrenamtlicher Arbeit unterstützen! Gleichzeitig freuen wir uns immer über interessierte Mitstreiter und sind für jede Spende dankbar.

Aktuell angestellt im Rahmen der Bildungsprojekte sind: Katrin Pausch, Elke Seiler, Ahmed Ali und Jule Wagner.

 

Projektliste

Kompetenznetzwerk gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit 2020 - 2024
01.01.2020 – 31.12.2024

Das Zentrum für Europäische und Orientalische Kultur (ZEOK) e.V. baut sein Engagement gegen Muslimfeindlichkeit weiter aus. Gemeinsam mit CLAIM/„Allianz gegen Islam- und Muslimfeindlichkeit“ und der aej/Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. bildet ZEOK das „Kompetenznetzwerk im Themenbereich Prävention von Islam- und Muslimfeindlichkeit“.

Das Netzwerk stellt sich gegen die immer virulenter werdende Muslimfeindlichkeit und setzt sich für die Stärkung einer ambiguitätstoleranten Gesellschaft ein, in der Muslim*innen ein selbstverständlicher Teil sind und jede*r angstfrei leben kann. Das Kompetenznetzwerk bildet eine zentrale Anlauf-, Impuls- und Transferstelle für die Akteur*innen und Organisationen im Themenfeld Islam-/Muslimfeindlichkeit. Es dient als Ansprechpartner*in, bietet Expertise und Informationen und macht verschiedenartige Bildungsangebote.

Schwerpunkt des Wirkens von ZEOK e.V. im Rahmen des Kompetenznetzwerks ist die Professionalisierung der Bildungsarbeit zu Muslimfeindlichkeit im Lernfeld Schule. Die in den vergangenen fünf Jahren im Rahmen des Bundesprogramms Demokratie leben! und auch darüber hinaus entstandenen zahlreichen Bildungsmaterialien im Themenfeld werden von ZEOK gesammelt, gesichtet und gebündelt, um einen konzentrierten Überblick über Vorhandenes sowie Lücken im bundesweiten Feld der Bildungsarbeit zu gewinnen. Die Sammlung geeigneter Materialien wird in einem zweiten Schritt in einem zugänglichen Format aufbereitet und veröffentlicht. Dort wo bundesweit Bedarf besteht, setzt ZEOK seine Expertise in der Materialentwicklung ein, um diese Lücken zu füllen. Das können Bildungsmaterialien für den Einsatz mit Kindern (Primarstufe) und Jugendlichen (Sekundarstufe 1 und 2) sein sowie Arbeitshilfen für pädagogische Fachkräfte.

Des Weiteren setzt der Träger seine Expertise im Bereich der Qualifizierung von pädagogischem Fachpersonal ein. Hier adressiert er regional und bundesweit hauptamtlich angestellte Fachkräfte im Bereich der Schulsozialarbeit, Multiplikator*innen der außerschulischen Bildungsarbeit und Fachkräfte der Aus- und Weiterbildung. Durchgeführt werden Fortbildungen und Fachtagungen im Themenfeld islambezogene Bildung, wobei insbesondere intersektionale und an die Islamdebatte angrenzenden Diskurse in den entsprechenden Bildungsformaten mitbedacht werden; so ist die Debatte um Islam-/ Muslimfeindlichkeit eng verknüpft mit den Diskursen um Migration und Asyl sowie mit rassistischen bzw. nationalen Zugehörigkeitsdiskursen. Darüber hinaus wird in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig und der Fachhochschule Erfurt ein Zertifikatskurs zum Thema islambezogene Bildung konzipiert und durchgeführt, welcher durch sowohl religions- pädagogische, sozialpädagogische als auch migrationspädagogische wissenschaftliche Fachberatung die entsprechenden Diskurse verbindet und für eine Vielzahl an pädagogischen Fachkräften zugänglich macht.

Mittels bundesweiter Fachveranstaltungen und einem regelmäßigen (2x im Jahr stattfindenden) Fachaustausch für die Akteure im Bereich Bildungsarbeit zu Muslimfeindlichkeit sollen aktuelle Herausforderungen gemeinsam bearbeitet und die Bildungsarbeit in diesem noch eher jungen Themenfeld stetig professionalisiert werden. Ein Ziel des gemeinsamen Fachaustauschs im Bildungsbereich ist zudem, fachliche Standards für die Qualifizierung und Sensibilisierung zum Thema Muslimfeindlichkeit in der Bildungsarbeit zu entwickeln. Die fachlichen Standards sowie die Ergebnisse des Fachaustauschs stellen einen Baustein der Diskursbeiträge des Kompetenznetzwerks dar und werden öffentlichkeitswirksam zur Verfügung gestellt.

Förderer: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – Förderprogramm Demokratie leben!, Landesprogramm für Weltoffenes Sachsen

Vorurteilsbewusste Bildungsarbeit mit Jugendlichen zu muslimischen Lebenswelten in Ostdeutschland 2015 - 2019
01.02.2015 – 31.12.2019

Mit diesem Projekt reagieren wir auf eine weithin verbreitete Muslimfeindlichkeit. Während auf politischer Ebene der Islam als Teil von Deutschland angekommen ist, nimmt die Zustimmung zu muslimfeindlichen Aussagen zu. Dabei sind die religiöse und kulturelle Heterogenität unserer Gesellschaft eine neue Normalität. Dies wird insbesondere im Bildungssystem sicht- und erlebbar. Dementsprechend bedarf es eines inklusiven Unterrichts, welcher die sprachlich, kulturell und religiös vielfältige Schule im Blick hat. Zur erfolgreichen Umsetzung des Projektziels, muslimfeindliche Einstellungen v.a. bei Jugendlichen der Mittel- und Oberstufe abzubauen, setzt sich das Vorhaben aus verschiedenen Bausteinen zusammen:

A / Workshops mit muslimischen Jugendlichen: Mittels biographischer und interaktiver Methoden werden die Jugendlichen in ihrer religiös-kulturellen Zugehörigkeit gestärkt. Es findet ein Austausch über Heterogenität der Alltagswelten und Werte statt.

B / Workshops mit Jugendlichen aus sozial-schwachen Regionen: Neben den interaktiven Methoden zur Reflexion eigener Stereotype u. Vorurteile zu Islam und Zugehörigkeit werden in den Workshops medien- u. kunstpädagogische Arbeiten integriert.

C / Begegnungen zwischen muslimischen und nichtmuslimischen Jugendlichen inkl. Nachbereitung.

D / Interaktive Wanderausstellung inkl. begleitender Projektwochen: Eine interaktive Ausstellung ist ein attraktives Lernmedium u. erreicht innerhalb einer Schule eine große Anzahl der Jugendlichen, PädagogInnen und auch Eltern. Mittels umfangreicher Begleitmodule in Projektwochen wird der Besuch der Ausstellung entsprechend vor- und nachbereitet.

E / Fortbildung für PädagogInnen zu muslimischen Lebenswelten vor Ort und der Verankerung interkultureller Standards in der Einrichtung.

F / Wissenschaftlicher Transfer: Fachtagung u. Fachpublikationen dienen der Verstetigung der gewonnenen Erkenntnisse.

–> Ergebnisberichte zu den einzelnen Projektjahren:  2015, 2016 und 2017.

–> Hier finden Sie den allgemeinen Projektflyer sowie den Flyer der Workshops von 2015

–> Hier ist der Link zur ProjektbroschüreMich hat überrascht, dass Manche so denken wie wir“

–> Die eigene Projekthomepage http://www.muslimisch-in-ostdeutschland.de enthält Informationen zu unserer Wanderausstellung #Muslimisch_in_Ostdeutschland, ausgearbeitete Unterrichtsmodule für die Sekundarstufe sowie Fachartikel und regionale Informationen.

Förderer: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – Förderprogramm Demokratie leben, Landesprogramm für Weltoffenes Sachsen, Dr. Buhmann Stiftung

Kompetent in Vielfalt 2019
01.01. – 31.12.2019

Im Projekt „Kompetent in Vielfalt“ sollen das Wissen und die Erfahrungen der vergangenen drei Projektjahre durch Kooperationen mit

  • dem Amt für Familie, Jugend und Bildung, Abteilung Kindertagesstätten/Freizeiteinrichtungen, Sachgebiete Horte der Stadt Leipzig
  • den Bildungskoordinator*innen für Neuzugewanderte des Landkreises Mittel-sachsen sowie der Integrationsbeauftragten der Stadt Freiberg
  • zwei Partnerschaften für Demokratie im Erzgebirge (in den Partnerkommunen Aue, Bad Schlema, Lößnitz, Schneeberg sowie Olbernhau und Umlandgemeinden)

möglichst vielen Erzieher*innen und Lehrer*innen sowie weiteren Pädagog*innen in ganz Sachsen zuteil werden. Dabei reagieren wir auf aktuelle Bedarfe sowie Nachfragen und stärken Pädagog*innen, Kinder und Eltern alle gleichermaßen.

Im Zentrum der Projektarbeit stehen „Vielfalt“ und „Inklusion“, welche u.a. den interkulturellen sowie interreligiösen Dialog fördern, um eine tolerante, wertschätzende Haltung gegenüber Kindern u. Familien mit unterschiedlichen Identitäten, religiösen, ethnischen und sprachlichen Zugehörigkeiten entwickeln zu können und stereotype Bilder, Vorurteile, rassistische Meinungen zu hinterfragen. Vielfalt soll so als Querschnittsaufgabe an sächsischen Bildungseinrichtungen verstanden werden, die durch das Projekt „Kompetent in Vielfalt“ die entsprechende Unterstützung erhält.

Für gelingende praxis- und ressourcenorientierte Integrations- und Inklusionsprozesse in den Bildungseinrichtungen der Kooperationspartner*innen ist es entscheidend, dass Pädagog*innen diese Prozesse initiativ und wertschätzend begleiten können. Durch systemorientierte Schulungen und Begleitung sollen durch sie selbständig und eigenverantwortlich Veränderungsprozesse in ihren Einrichtungen durchgeführt werden. Als Akteur*innen dieser Entwicklung sichern sie den nachhaltigen Transfer der Erkenntnisse, erfahren Resonanz bei anderen Fachkräften und werden so zu regionalen Expert*innen für Integrations- und Inklusionsarbeit.

Die im Jahr 2018 begonnene Projektarbeit wird im Jahr 2019 wie folgt fortgeführt bzw. neu aufgenommen:

1. Ausbildung des Hortes der August-Bebel-Grundschule Leipzig zu einer Konsultationseinrichtung mit dem Schwerpunkt „Vielfalt und Inklusion“

in Kooperation mit dem Amt für Familie, Jugend und Bildung, Abteilung Kindertagesstätten/ Freizeiteinrichtungen, Sachgebiete Horte der Stadt Leipzig

In diesem letzten von 2 Projektjahren soll die 2018 begonnene theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff „Inklusion“ sowie die Erprobung der praktischen Bearbeitung der aus dem Index für Inklusion von den Horterzieher*innen ausgewählten Schwerpunktfragen erfolgen. Die Erzieher*innen, welche sich in Tandemarbeit mit den Projektmitarbeiterinnen Methoden der interkulturellen Bildungsarbeit mit dem Ziel der Sichtbarmachung von „Vielfalt“ angeeignet haben, übernehmen das Angebot für die Schüler*innen in Eigenregie und lassen die Ergebnisse in eine Präsentation auf Schul- und Hortebene einfließen.

Gleichwohl erhalten die Pädagog*innen des Hortes einen Einblick in das Wirken einer Konsutaltionseinrichtung in Berlin und sollen die dort kennengelernten Inhalte in ein Konzept einfließen lassen, in dem es um die Sichtbarmachung von eigenen erarbeiteten Methoden geht. Des Weiteren erhalten die Pädagog*innen noch fachspezifische Unterstützung von Expert*innen in wichtigen pädagogischen Fragen sowie Prozessbegleitung zum Abschluß des Projektes.

2. Begleitung des pädagogischen Teams der Kindertagesstätte des Berufsbildungswerkes für Hör- und Sprachgeschädigte gGmbh bei der Arbeit zum Thema „Vielfalt“

Das Projekt „Kompetent in Vielfalt“ begleitet über zwölf Monate die Arbeit in der Kindertagesstätte mit einem ressourcenorientierten und systemischen Ansatz. Es fördert die Teilhabe von Kindern und deren Familien am Leben in der Kitagemeinschaft. Das Projekt vermittelt sehr praxisorientiert Inhalte interreligiöser und interkultureller Bildungsarbeit in Kindertagesstätten als Fundament von Toleranzentwicklung. Es bezieht Kinder, pädagogische Fachkräfte sowie Familien gleichermaßen ein und ist in seinen Zielstellungen langfristig und nachhaltig angelegt. Die Fachkräfte der BBW-Kindertagesstätte „Bremer Straße“ werden befähigt, nach Abschluss des Projektes als regionale Ansprechpartner*innen des Projektes zu fungieren.

3. Erfahrungs- und Wissenstransfer in den Landkreis Mittelsachsen

Fortbildungen für Pädagog*innen von Kindertagesstätten und Horten zu Themen von „Vielfalt“ sowie „Gestaltung diversitätsbezogener Angebote für Kinder und deren Familien“ in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Freiberg/Amt für Bildung, Jugend und Soziales
im Rahmen des Projekts

Universitätsstadt Freiberg